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Nothilfe nach Hurricane Stan

Schwere Verwüstungen, Leid und Not hat der Hurrikan Stan Anfang Oktober 2006 in Guatemala gebracht. Durch großzügige Spenden konnte Esperanza e.V wichtige Hilfe beim Wiederaufbau leisten.

Dem Wiederaufbau in Mittelamerika steht noch ein langer Weg bevor. Besonders die vielen Kleinbauern wurden durch den Hurrikan und seine Folgen existentiell bedroht. Die Berichterstattung und der Spendenaufruf des Vereins hatten zu einer wahren Spendenflut geführt: 30.000 € konnte der Verein auf seinen Konten verbuchen. "Diese Menge hat uns wirklich überrascht, damit hätten wir nicht gerechnet. So konnten wir schnell reagieren und können auch mittelfristig die betroffene Bevölkerung unterstützen" so Kassenwart Stefan Osebold. "Durch die Anwesenheit der Vereinsvorsitzenden Christiane Treeck und dem guatemaltekischen Architekten Luis Palacios vor Ort kann das Geld direkt und effizient eingesetzt werden und gelangt dorthin, wo es am dringendsten benötigt wird".

In den Gemeinden begutachteten Treeck und Palacios die Schäden und leiteten notwendige Arbeiten ein.  Hierbei handelt es sich vor allem um die Instandsetzung der Wasserwege und Brunnen, um den lebenswichtigen Zugang zu Wasser sicherzustellen. "Zum Glück trugen unsere Schulen dank der soliden Bauweise nur wenige Schäden davon. Sie dienten sogar in einigen Fällen zum Schutz vor den Wasser- und Schlammmassen mancherorts als Erste-Hilfe-Stationen. An Reparaturen unserer Schulgebäude mussten lediglich zwei Dächer ausgetauscht und eine Wand stabilisiert werden", berichtet Vereinsvorsitzende Christiane Treeck.

Der in der Region lebende Architekt Palacios zieht nach dem Hurrikan sein Resümee: "Ich stelle wieder einmal fest, wie wichtig unsere Arbeit, also der Bau von Schulen, hier in der Gegend ist, in der der Großteil der Bevölkerung in Armut, wenn nicht gar in extremer Armut lebt. Die Regierung kümmert sich viel zu wenig um die vornehmlich in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen, von denen die meisten einem der Maya-Völker angehören. So fehlt es hier an ausreichender Versorgung mit Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, was letztendlich jetzt beim Stan wieder einmal dazu führte, dass die Leute nicht über das Wissen und die gemeindeinterne Organisation verfügen, um sich besser vor den Naturkatastrophen zu schützen bzw. um darauf schadensmindernd zu reagieren. Oder auch einfach, um Bescheid zu wissen, von welcher staatlichen Institution die entsprechende Hilfe zu fordern ist. Gerade darin, in der Einforderung ihrer Rechte, müssen wir die Gemeinden hier weiterhin unterstützen, und der erste Schritt dahin stellt der Schulbesuch dar, damit die Kinder Lesen und Schreiben lernen und sich Wissen aneignen."